
Die Zufriedenheit der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener mit dem städtischen Busverkehr hat sich laut einer Studie der Hochschule RheinMain verbessert. In der jüngsten Erhebung 2025 erhielt ESWE Verkehr im Durchschnitt die Note 2,69 und damit eine bessere Bewertung als im Jahr 2024, als der Wert noch bei 2,79 lag. Gleichzeitig stiegen die Fahrgastzahlen im Linienverkehr in den vergangenen Jahren auf knapp 59 Millionen.
Methodik der Untersuchung
Die repräsentative Passantenbefragung wurde 2024 unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School durchgeführt. An zehn Standorten im Wiesbadener Stadtgebiet befragte ein studentisches Team insgesamt 1.512 Personen zu ihrer Verkehrsmittelnutzung und zur Zufriedenheit mit dem Angebot des Nahverkehrs. Teilnehmende reichten von regelmäßigen Nutzern über Gelegenheitsfahrende bis zu Personen, die überwiegend mit dem Pkw unterwegs sind.
Die Befragten konnten in verschiedenen Kategorien Schulnoten von eins bis sechs vergeben. Bewertet wurden unter anderem Freundlichkeit des Fahrpersonals, Taktung, Pünktlichkeit, Informationsangebot bei Verspätungen sowie Reisezeit und Erreichbarkeit von Zielen. Die Hochschule führt die Messung bereits seit 2006 durch, ESWE Verkehr lässt die Untersuchung seit rund 20 Jahren durchführen.
Mehrheit der Merkmale besser bewertet
Nach Angaben der Studienleiter wurden 15 von 16 abgefragten Merkmalen im Vergleich zum Vorjahr besser bewertet. Auffällig verbesserte Kategorien sind die Umweltleistung von ESWE Verkehr, Kontrollen, Informationen zu Verspätungen sowie die Atmosphäre in den Bussen, wobei es hier insbesondere um das Empfinden über zu volle Fahrzeuge ging. Auch Erreichbarkeit der Ziele sowie Fahrzeit, Dauer und Schnelligkeit erhielten positivere Bewertungen.
Als Kontrastpunkt erhielt die Pkw Nutzung bei der gleichen Befragung die Note 3,31 und lag damit deutlich hinter dem öffentlichen Busverkehr.
Reaktionen und Ausblick
Die Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, Marion Hebding, wertete die Ergebnisse als Bestätigung der jüngsten Angebots- und Serviceverbesserungen und stellte fest, dass das Vertrauen in das Unternehmen zugenommen habe. Prof. Dr. Bernhard Heidel hob hervor, dass der Vergleich von Busverkehr und Pkw Verkehr die zentrale Erkenntnis der Studie liefere: Die Befragten hätten registriert, dass sich vieles bei ESWE Verkehr zum Positiven verändert habe.
Andreas Kowol, Aufsichtsratsvorsitzender von ESWE Verkehr, verwies auf geplante Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Netzes. Er erklärte, die Liniennetzreform solle direkte Verbindungen schaffen und zusätzliche Erschließungen bringen, damit Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver werde. Kowol stellte zudem die relative Zuverlässigkeit des Busverkehrs dem Schienenverkehr gegenüber, der seiner Ansicht nach oft unterfinanziert sei.
Gleichzeitig nennen Studie und ESWE Bereiche mit weiterem Verbesserungsbedarf. Insbesondere Pünktlichkeit und die Atmosphäre in den Bussen werden noch als verbesserungswürdig eingestuft. Die nächste Erhebungswelle wurde nach Angaben der Hochschule bereits gestartet.
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