Kinderparlament in Kastel nimmt Arbeit auf: 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter starten Beteiligung vor Ort

Kinderparlament in Kastel nimmt Arbeit auf: 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter starten Beteiligung vor Ort
Kinderparlament in Kastel nimmt Arbeit auf: 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter starten Beteiligung vor Ort | Bild: Stadt Wiesbaden

In Kastel ist ein Kinderparlament gestartet. Bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 5. Februar, traten 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den dritten und vierten Klassen ihr Amt an. Die Stadt Wiesbaden bezeichnet das Gremium als Pilotprojekt des Amtes für Soziale Arbeit und will Kinderbeteiligung damit fest in kommunale Entscheidungsprozesse einbinden.

Konstituierung und Beteiligte

Dem neuen Kinderparlament gehören Schülerinnen und Schüler aus der Bertha von Suttner Schule, der Gustav Stresemann Schule, der Krautgartenschule sowie dem Kinder und Jugendzentrum an der Reduit an. Das Projekt wird von der Abteilung Schulsozialarbeit Kinder koordiniert. Die Mitarbeitenden dieser Abteilung bereiten die Sitzungen gemeinsam mit den Schulen vor, begleiten sie und leisten pädagogische Unterstützung.

Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit und gemeinsam mit Jutta Kühn Mertens Koordinatorin des Projekts, verwies auf die aktive Rolle der Kinder in der Vorbereitung. Sie sagte, es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie ernsthaft die Kinder ihre Rolle übernommen und Verantwortung getragen hätten.

Rechte, Sitzungen und Finanzierung

Das Kinderparlament will bis zu drei Mal im Jahr tagen. Die Amtszeit ist auf ein Schuljahr angesetzt, Wiederwahl ist möglich. Sichtbar ist eine Ausweitung von Beteiligungsrechten: Das Gremium erhält Antragsrechte, Rede- und Vorschlagsrechte in den Organen der Gemeinde und im Ortsbeirat. Diese Rechte sollen laut Stadt im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden.

Für Projekte des Kinderparlaments sind finanzielle Mittel vorgesehen. Für das Jahr 2026 stellt das Budget des World Design Capital Projekts „Auf die Plätze los“ Mittel zur Verfügung, zudem unterstützt der Ortsbeirat das Gremium mit einem eigenen Budget. Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher kündigte an, entsprechende Mittel für den nächsten Haushalt zu beantragen. Bei der Eröffnung machte sie deutlich: „Ihr seid gewählt worden, um mitzureden, mitzugestalten und eure Ideen einzubringen. Eure Meinungen sind wichtig, denn ihr wisst am besten, was Kinder im Stadtteil brauchen.“

Hintergrund und Ziele

Die Gründung des Kinderparlaments geht zurück auf die Arbeit des Zukunftsausschusses von 2023. Ende des vergangenen Jahres hatten Kinder der Bertha von Suttner Schule bereits ihre Anliegen im Ortsbeirat vorgestellt. Dieses Engagement diente dem Rathaus zufolge als Ausgangspunkt für den Aufbau eines eigenen Parlaments.

Das Projekt ist zugleich als demokratiepädagogisches Angebot angelegt. Themen wie Demokratie und Beteiligung werden nach Angaben der Stadt sowohl im Unterricht als auch in Projekttagen behandelt. Das Kinderparlament soll Fragen von Klima über Mobilität bis zu Spiel und Freizeitangeboten bearbeiten und als Vorbild für andere Stadtteile dienen.

Die Stadt dankte dem Ortsbeirat Kastel, der Ortsverwaltung, den beteiligten Schulen, dem Kinder und Jugendzentrum in der Reduit sowie dem Smart City Dezernat für die Vorbereitung und Unterstützung der Sitzung.

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